Tabea Jager

Sekretariat Martin Lubinsky

Kauffrau für Bürokommunikation 

»Meine Ausbildung habe ich bei der Bundeswehr absolviert, inklusive einer Grundausbildung als Soldatin. So sehr ich das zu schätzen weiß, hätte es auf Dauer doch ein Leben in der Kaserne bedeutet. Kein Vergleich mit der KKL, wo wir aus der 15. Etage einen einmaligen Ausblick über die ganze Stadt genießen oder besser gesagt: genießen könnten. Denn zackig im Sinne von diszipliniert geht es hier auch zu. Schließlich trägt jeder für seinen Bereich die Verantwortung.

Ist man bereit, sie anzunehmen, steht einem beruflichen Aufstieg innerhalb der KKL nichts im Wege. So konnte ich beispielsweise inzwischen von der Empfangssekretärin zur Assistentin der Geschäftsführung aufgesteigen und unterstütze noch dazu die Hausverwaltung, um eventuell in naher Zukunft selbst als Verwalterin tätig zu sein. Für mich eine Belohnung, die mich motiviert, jeden Tag mein Bestes zu geben.«
 

Freitag, 24. Mai 2013  

Stoßgebet einer Sekretärin

»Lieber Gott, gib mir das Gedächtnis eines Elefanten oder zumindest ein unfehlbares Dreijahresgedächtnis.

Lass das Wunder geschehen, dass ich alles zur selben Zeit tun kann, zum Beispiel vier Telefone gleichzeitig bedienen und dazu noch einen Brief schreiben, der »unbedingt noch heute raus muss«, obwohl ich weiß, dass er erst morgen unterschrieben wird.

Statte mich mit der Geduld eines Engels aus, wenn der Chef mich stundenlang eine Akte suchen lässt, die ich schließlich auf seinem Schreibtisch finde.

Hilf mir, alles zu verstehen, auch wenn die Informationen unverständlich sind.
Hilf mir, alles richtig zu machen, auch wenn die Anweisungen falsch sind.
Erleuchte mich, damit ich allzeit weiß, wo der Chef ist, was er tut und wann er zurückkommt, auch wenn er verschwand, ohne ein Wort zu sagen.

Wenn ich weisungsgemäß alte Akten vernichte, lass mich ahnen, welches Stück davon der Chef in den nächsten Tagen unter allen Umständen haben muss (»Besorgen Sie's, wie ist mir egal!«).

Gib mir Nerven wie Drahtseile, damit ich unerschüttert lächele, wenn Oberchef und Unterchefs daran zerren.

Und belohne die Chefs, die wissen, dass eine Sekretärin »auch nur ein Mensch« ist; und danach handeln. Amen.«

Das mit einem Augenzwinkern zu lesende Gebet wurde auf der Webseite der Kirchengemeinde St. Michael in Stuttgart-Sillenbuch entdeckt.